Xen Desktop Performance / SolidWorks
rainersausj 07. Mai. 2020, 16:11

Hallo,

unsere Firma hat geplant, SolidWorks zu virtualisieren (Xen-Desktop).
Leider ist die Performance nicht wie erwartet ausgefallen.
Im Vergleich zu einer HP Z2 mit Nvidia P1000 ist das virtuelle System (4xHP DL380Gen10 mit Grid T4 Grafikkarte) um ca. die Hälfte langsamer.
(SWX Benchmarks, und Anwender Benchmarks decken sich hier).

Kann mir jemand das Ergebnis so bestätigen, oder ist auf unserem virtuellen System noch ein Problem vorhanden?

MfG

RainerSausJ

Heiko Soehnholz 07. Mai. 2020, 16:27

Hallo,

seit wann wird eine Virtualisierung angestrebt, um die Performance zu verbessern?

Meist liegen die Beweggründe woanders: Einfacherer Support, schnellere Bereitstellung, geringere Hardwarekosten durch gemeinsam genutzte Ressourcen, etc. pp.

Eine Virtualisierung muss nicht langsam sein, wie ich neulich bei einem unserer Kunden gesehen habe; aber schneller war sie nicht.

Trotz superteurer Grafikkarten und extrem teurer Server mit Xenon Gold Prozessoren und x-fachen RAM wird die Virtualisierung meist weder günstiger noch schneller.

Am Ende habe einige unserer Kunden eine ähnlich Erfahrung beim Test gemacht und sind darauf hin wieder zurück gerudert. Ein anderer setzt es erfolgreich für die Nutzung an entlegenen Standorten erfolgreich ein. Aber wie gesagt: Schnell, aber nicht schneller.

Ein Beispiel:
- Wenn ich einen 12-Kerner in den Server stecke, dann bekommt jeder der 12 Client genau einen Kern,  mit HT. Nicht mehr.
- Wenn ich eine Tesla P40 mit 11 TFlops in den Server stecke, dann ist sie gerad mal so schnell, wie eine High-End Desktop Karte; nur, dass ich dann noch die Leistung auf 12 Client aufteilen muss...
- In den Server stecke ich 12x 64GB RAM, weil ich den nicht teilen kann bzw. für die Clients benötige

Wo soll denn jetzt die Performance herkommen?

rainersausj 07. Mai. 2020, 16:44

Hallo,

das Projekt wurde von meinem Vorgänger angestrebt.
Die bisherigen Workstations Z820/840/4xx sind bereits etwas betagt.
Dass das virtuelle System nicht ganz an eine lokale Installation ran kommt war zu erwarten, aber mit Faktor 2 steht das Projekt auf der Kippe! Damit fühlen sich unsere Konstrukteure "ausgebremst".
Die Performance-Erwartung liegt bei den Entscheidern bei ca. 10-20% schlechter, als die HP Z2.

Es ist ja nicht so, dass das virtuelle System hardwaretechnisch schlecht ausgestattet ist. Die Performance von 4 User auf einer Grid T4 sollte doch besser als eine P1000 sein!? Auch wurde jedem Desktop 8 Cores und 32GB zugeordnet...

MfG

Rainer Schmidle


freierfall 08. Mai. 2020, 07:11

Sorry aber das müsste doch vollkommen ausreichen.  Ich habe schon verstreut hier Berichte von solchen Sachen gelesen und in keine wurde solch ein Leistungseinbruch beschrieben.

8 Cores und 32 GB je Nutzer reichen völlig aus.

wieviel Ghz hat denn ein Core?
welche Art der Festplatte ist die Partition für SWX und die der CAD Daten - denn eine SSD oder gar PCIE SSD sollte es schon sein.

was genau geht deinen Mitarbeitern nun zu langsam?

herzlich Sascha

rainersausj 08. Mai. 2020, 12:15

Hallo,

anbei die
Daten des Xen Hosts: CPU 0-47 Intel(R) Xeon(R) Gold 6136 CPU & 3.00GHz Speed: 2993 MHz (local SSD)
    Disk Random Read Benchmark liegt bei 5521.76/2149.06/173.00 MB/s...
Daten der Z2:  (8-)Core i7-9700K CPU & 3,6 GHz (Samsung SSD)

Die generelle Performance ist deutlich schneller. Bereits beim Laden ist die Z2 schneller.
Die SWX 2020 Benchmarks der Z2 sind um Faktor 2 besser.

MfG

RainerSausJ   

Heiko Soehnholz 09. Mai. 2020, 10:18

Allein die Taktfrequenz:
4,9 GHz Turbo Takt beim i7 gegenüber den zu erwartenden 3 GHz beim Xenon. Denn der Turbo ist ja ein Single-Core Turbo.
Da ist schon ein wesentlich grösserer Unterschied, als die erhofften (erwartet darf man ja gar nicht schreiben) 10-20% sondern fast 40% Abschlag!
Und die CPU ist und bleibt der wesentlichste Faktor!

Bei der Grafikkarte stehen 8 TFlops zu 2 TFlops. Da könnte man auch annehmen, dass bei dynamischer Zuweisung die Leistung sogar besser sein könnte.

Der besagte Kunde hatte im Gespräch mehrmals erwähnt, wie wichtig bei der Umsetzung das Systemhaus war, das bereits sehr viel Erfahrung in der Virtualisierung mitbrachte. Denn mit dem Finetuning steht und fällt das Ganze. Die bei diesem Kunden erreichte Performance liegt bei so etwa - 30% für die virtuellen Maschinen. Positiv ist dabei der schnelle Datentransfer vom Server zum Client, da hier sehr grosse Baugruppen bewegt werden. Die durch eine Internetleitung zu zwängen wäre deutlich schlechter. Aber bei diesem Kunden wird tatsächlich die Virtualisierung NUR für die Außenstellen eingesetzt; im Büro wird "klassisch" auf Desktops gearbeitet. Das spricht ja auch schon Bände...

hburkhardt 12. Mai. 2020, 09:37

Was sollte denn das Ziel der Virtualisierung sein? Vereinfachte Administration, verbesserte Datensicherheit weil diese das Rechenzentrum nicht mehr verlassen?
Letzterer Punkt könnte auch durch ein 1:1 Hosting erreicht werden, bei dem die Z2 als Sender fungieren und die "betagten" Workstations als Clients. Dieses Szenario liese sich auch ohne sonstige Zusatzkosten mittels HP Remote Graphics mal testen/umsetzen.

rainersausj 13. Mai. 2020, 22:48

Zu den Zielen kann ich gar nicht so viel sagen. Ein Ziel war sicherlich die (vermeintlich) einfache Administration. Wobei das vorhandene Softwaremanagement (Baramundi) nicht/kaum genutzt wurde.
RGS haben wir ich in meiner alten Firma vereinzelt genutzt - Citrix hat da nicht ins Budget gepasst Wir waren sehr zufrieden damit. Ich würde derzeit eher zu einer gemischten Umgebung plädieren. D. h. Alle am Standort mit lokaler Workstation, und der Rest (remote/homeoffice/Gelegenheitsnutzer) auf die virtuelle Umgebung. So kenne ich es auch von anderen...

Olls Lai Lolli 15. Mai. 2020, 14:12

Es gibt auch von Lenovo eine Lösung für Remote-Arbeitsplätze.

Gruß OLL